Jettingen zeigt Haltung – Gegenprotest gegen AfD-Bürgersprechstunde

Am 18. Mai stellten sich über 200 Menschen in Jettingen der rechten Hetze der AfD entgegen. Auch DIE LINKE Böblingen war dabei – entschlossen, solidarisch und mit einer klaren Botschaft: Die AfD ist nur ein Symptom. Wir bekämpfen die Ursachen des Faschismus – den Kapitalismus.

Am Sonntag, den 18. Mai 2025, haben über 200 engagierte Antifaschist*innen in Jettingen gezeigt, dass sie sich von der rechten Propaganda der AfD nicht einschüchtern lassen. Unter dem Motto „Kein Raum für Rassismus – Jettingen bleibt bunt“ versammelten sich Bürger*innen, Aktivist*innen, Organisationen und Parteien, um der sogenannten „Bürgersprechstunde“ der AfD eine klare Absage zu erteilen.

Auch wir als Die Linke in Böblingen waren selbstverständlich vor Ort. Mit Transparenten, Sprechchören und Redebeiträgen haben wir gezeigt, dass Jettingen kein Ort für rechte Hetze ist. Unser Widerstand ist vielfältig, entschlossen und unübersehbar. Es war ein starkes Zeichen für eine offene und solidarische Gesellschaft.

Wir machen jedoch auch deutlich: Der Kampf gegen Faschismus darf sich nicht nur auf die AfD beschränken. Diese Partei ist Ausdruck eines tiefergreifenden Problems. Wer nur die AfD bekämpft, ohne die gesellschaftlichen Ursachen zu hinterfragen, bleibt auf halbem Weg stehen.

Denn Faschismus entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist historisch und aktuell eine Reaktion auf Krisen im Kapitalismus. Wenn Menschen ihre Arbeit verlieren, Mieten unbezahlbar werden, soziale Sicherheit schwindet und gleichzeitig Konzerne ihren Profit gegen die arbeitende Klasse erhalten wollen, dann verstärkt sich die Unzufriedenheit und Kritik an den bestehenden Verhältnissen in der Bevölkerung.

Der Faschismus bietet der besitzenden Klasse eine brutale Methode, eben diese Unzufriedenheit auf marginalisierte Gruppen zu lenken, um damit die bestehenden Eigentums- und Machtverhältnisse und damit ihre eigene Herrschaftsposition zu sichern.

Bürgerlicher Antifaschismus bleibt oft an der Oberfläche. Er ruft zu Toleranz auf, fordert den Erhalt der „Mitte“ und verteidigt den Status quo – doch genau dieser Status quo produziert die Krisen, in denen der Faschismus gedeiht. Wer den Faschismus wirksam bekämpfen will, muss die sozialen Ursachen ins Visier nehmen – Armut, Ausbeutung, Ungleichheit, kurz: die kapitalistische Eigentumsordnung.

Wirksamer Antifaschismus ist folglich Klassenkampf. Unser Ziel ist nicht nur, die AfD zu stoppen, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern, die den Aufstieg des Faschismus ermöglichen. Wir kämpfen für eine sozialistische Alternative, für eine Gesellschaft, in der Menschen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern solidarisch miteinander leben.

Der Protest in Jettingen war ein ermutigendes Zeichen. Doch er war nur ein Schritt auf einem langen Weg. Wir rufen alle Antifaschist*innen, alle Linken, alle solidarischen Menschen dazu auf, sich weiter zu organisieren, Widerstand zu leisten und gemeinsam für eine bessere Welt zu kämpfen.

Die Linke bleibt antifaschistisch, antikapitalistisch, solidarisch.