Safe Space und Klassenkampf: ['solid] Böblingen legt los

Am 12. Mai haben wir uns als Linksjugend ['solid] Böblingen zu einem Aktiventreffen versammelt. Es war mehr als nur ein organisatorisches Plenum – es war ein Moment des Aufbruchs und der Weichenstellung, an dem wir gemeinsam über unsere Zukunft, unsere Struktur und unsere politische Praxis nachgedacht haben. Klar wurde: Wir wollen nicht nur reagieren – wir wollen verändern.

Ein zentrales Thema war die Frage, wo und wie wir uns regelmäßig treffen können. Ohne eigene Räume und mit begrenzten finanziellen Mitteln sind wir auf solidarische Unterstützung von Jugendhäusern und ähnlichen Einrichtungen angewiesen. Leider mussten wir bereits einige Absagen hinnehmen – oftmals mit dem Hinweis, dass es politische Vorbehalte von Seiten der Städte gebe. Aber: Wir lassen uns nicht entmutigen. Wir werden weiter nach Möglichkeiten suchen, Räume zu schaffen, in denen wir zusammenkommen können.

Ein kleines, aber wichtiges Ergebnis war die Entscheidung, unsere regelmäßigen Treffen künftig „solid Plenum“ zu nennen – ein Name, der unsere Struktur und unsere Haltung widerspiegelt: offen, solidarisch, politisch.

Doch wir wollen mehr als nur Sitzungen abhalten. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, ['solid] Böblingen zu einem Ort zu machen, der über das rein Politische hinausgeht. Wir wollen gemeinsam lernen – sei es über Marxismus, Feminismus, Antifaschismus oder andere Themen, die uns bewegen. Jeder soll das einbringen können, was ersie kann und möchte. Bildung verstehen wir dabei nicht als elitäres Projekt, sondern als kollektiven Prozess.

Gleichzeitig wollen wir auch einfach eine Jugendgruppe sein, in der man sich wohlfühlen kann. Ein Ort, an dem Gemeinschaft zählt – wie es rechte Jugendorganisationen im Osten leider oft erfolgreich vormachen, nur eben auf unserer Seite: solidarisch, antifaschistisch, emanzipatorisch. Wir träumen von einem Safe Space, in dem man sich nicht verstellen muss. Wo man sich unterstützt, zusammenhält und auch mal gemeinsam abschalten kann – bei Filmabenden, Ausflügen oder offenen Treffen. Wir wollen zeigen: Politische Arbeit muss nicht immer stressig und ernst sein. Sie kann empowernd, freundschaftlich und lebensnah sein.

Außerdem haben wir uns mit der Organisationsplattform Zetkin vertraut gemacht, die uns künftig helfen wird, Aktionen und Aufgaben effizient zu planen. Eine Anfrage für einen eigenen Bereich im ['solid] Intranet wurde ebenfalls gestellt – wir hoffen auf eine baldige Rückmeldung.

Ein weiteres Thema war die aktuelle Diskussion um Palästina innerhalb der Partei Die Linke. Wir haben gemeinsam einen ersten Austausch zur politischen Lage geführt. Viele von uns wollen sich jedoch noch ausführlicher mit den verschiedenen Definitionen von Antisemitismus – insbesondere IHRA und JDA – auseinandersetzen. Daher haben wir beschlossen, diese inhaltliche Auseinandersetzung auf das nächste Plenum zu verschieben, um ihr die nötige Zeit und Tiefe zu geben.

Auch praktisch wurde geplant: Wir wollen eine Sammelbestellung im ['solid] Shop organisieren – Flaggen, Flyer, Aufkleber und Co., damit wir auch auf der Straße sichtbar sind. Und: Wir bereiten uns auf den Gegenprotest am 18. Mai vor. Gemeinsam werden wir Haltung zeigen – gegen Rechts, gegen Ausgrenzung, für eine solidarische Gesellschaft.

Abschließend haben wir uns die Frage gestellt: Wie gewinnen wir neue Mitglieder – innerhalb der PdL und darüber hinaus? Die Antwort liegt nicht nur in politischer Überzeugungsarbeit, sondern auch darin, einladende Strukturen zu schaffen. Ein Ort zu sein, an dem junge Menschen sich ausprobieren, lernen und wachsen können.

Wir haben an diesem Tag nicht nur To-do-Listen abgearbeitet – wir haben den Grundstein für etwas gelegt. ['solid] Böblingen ist im Aufbau, im Aufbruch. Und wir laden alle ein, Teil davon zu werden.

Ob du politisch schon aktiv bist oder einfach nur Lust auf Austausch, Gemeinschaft und Veränderung hast – komm vorbei. Denn Solidarität beginnt genau hier: miteinander, vor Ort, jetzt.